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Abstandsmessung VKS 4.5: Fehlerquellen & Besonderheiten

Das Verkehrskontrollsystem 4.5, kurz VKS 4.5, ist ein modernes videobasiertes Messsystem zur automatisierten Überwachung von Geschwindigkeitsverstößen und Abstandsunterschreitungen auf

  • Autobahnen,
  • Schnellstraßen
  • und anderen stark befahrenen Verkehrswegen.

Entwickelt wurde es von der deutschen Firma Vidit Systems. Seit 2019 verfügt das System über eine Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Digitale Weiterentwicklung gegenüber dem Vorgängersystem VKS 3.0

Im Unterschied zur früheren Version VKS 3.0, die noch mit analogen VHS-Aufzeichnungen arbeitete, erfasst VKS 4.5 die Messdaten vollständig digital. Zum Einsatz kommen dabei hochauflösende Kameratechnik, eine fortschrittliche Auswertungssoftware namens VKS-Select sowie digitale Signaturen. Dadurch haben sich insbesondere die Speicherung, die technische Auswertung und die Beweissicherung deutlich weiterentwickelt.

Folgende Verbesserungen wurden im VKS 4.5 eingebaut:

  • digital signierte Aufzeichnung des Beweismittels
  • Auswertung wird auf modernem Windows 10 PC durchgeführt
  • neuer VKS-Viewer zur besseren nachträglichen Auswertung
  • nur von Verdachtsfällen wird ein Foto zur Dokumentation geschossen

Vorteile des VKS 4.5

Zu den wesentlichen Vorteilen des VKS 4.5 zählen vor allem seine überlegene Präzision und Zuverlässigkeit, die durch PTB-geprüfte Sensoren und Algorithmen gewährleistet sind (Baumuster A 12.03), wodurch Messfehlerquellen wie Streulicht oder Nebel minimiert werden.

  • Erweiterter Erfassungsbereich über mehrere Spuren (bis zu 4–6 Fahrstreifen gleichzeitig) steigert die Effizienz bei hohem Verkehrsaufkommen.
  • Vollständig digitale Verarbeitung statt analoger Bänder, die anfällig für Verschleiß waren, ermöglicht schnelle, platzsparende Speicherung und einfache Datenübertragung.​
  • Automatische Verdachtsvorselektion durch KI-gestützte Software reduziert den manuellen Aufwand um bis zu 90 Prozent und minimiert Subjektivität.​
  • Höhere Auflösung und Bildqualität (Full HD oder besser) sorgen für klare Tat- und Identbilder, auch bei Nacht oder schlechten Witterungsbedingungen.​
  • Die manipulationssichere digitale Signatur jeder Aufnahme ist gerichtlich als Beweis haltbar und erleichtert Kettennachweise.
  • Mobile und flexible Einsatzmöglichkeiten an Unfallhotspots ersetzen teure feste Installationen wie bei stationären Blitzern.​
  • Geringere Anfälligkeit für Störeinflüsse wie Gegenlicht oder Fahrzeugreflexionen durch adaptive Filter und Kalibrierung.
  • Schnellere Auswertungszeiten (Sekunden pro Fall) führen zu rascherer Verkehrsüberwachung und Bußgeldversendung.​
  • Beitrag zur Verkehrssicherheit durch präventive Abschreckung: Abstandsverstöße sinken messbar an eingesetzten Stellen.​
  • Kosteneffizienz für Behörden durch geringeren Personalbedarf und Wiederverwendbarkeit des Systems.
  • Die hohe Rechtssicherheit dank PTB-Zulassung und die detaillierte Protokollierung erleichtern oder entkräften Einsprüche.
  • Integration in moderne Verkehrsmanagementsysteme für Echtzeitdaten und Langzeitstatistiken.​

Trotz der vorgenommenen Verbesserungen des Systems gibt es dennoch weiterhin einige alte, aber auch neu hinzugekommene Fehlerquellen, welche zu ungenauen Messungen führen können. Hierzu zählen unter anderem:

  • Speicherung der Videoeinzelbilder (Frames) in unzureichender Qualität
  • aufwendigere Einrichtung des Gerätes an der Messstelle
  • strenge Vorgaben seitens des Herstellers hinsichtlich der Abschirmung von elektrischen Störquellen von außen

Einsatzweise und technische Erfassung des Verkehrs

Das System wird in der Regel von erhöhten Standorten wie Autobahnbrücken oder Kontrollportalen aus eingesetzt. Von dort aus kann es mehrere Fahrspuren gleichzeitig über eine größere Distanz hinweg erfassen. Die Fahrzeuge werden in Echtzeit aufgezeichnet, um mögliche Verstöße frühzeitig zu erkennen und technisch auszuwerten. Grundlage der Messung sind fotogrammetrische Verfahren, bei denen unter anderem Fahrbahnmarkierungen, Fahrzeugpositionen, Fahrzeuglängen und Bewegungsabläufe präzise analysiert werden.

So funktioniert das Messsystem VKS 4.5 in der Praxis

Die Messung mit VKS 4.5 läuft in mehreren technischen Schritten ab und ist auf eine möglichst genaue und nachvollziehbare Auswertung ausgelegt.

Zunächst erfassen spezielle Kameras den betreffenden Verkehrsbereich fortlaufend.

Eine Kamera zeichnet das Verkehrsgeschehen im überwachten Abschnitt auf, während eine weitere Kamera das Kennzeichen des betroffenen Fahrzeugs gezielt erfasst.

Die Aufnahmen werden digital gespeichert und mit technischen Sicherungen versehen, damit spätere Veränderungen ausgeschlossen werden können.

Anschließend wertet eine spezielle Software die Daten aus und markiert mögliche Verdachtsfälle.

Dabei berechnet das System insbesondere Geschwindigkeiten und Abstände zwischen den Fahrzeugen.

Anders als bei klassischen Messgeräten arbeitet VKS 4.5 nicht mit Radar, sondern mit einer videobasierten Bildauswertung.

Danach prüfen geschulte Mitarbeiter die erfassten Sequenzen noch einmal manuell, bevor ein möglicher Verstoß weiterverfolgt wird.

Wesentliche Merkmale der Funktionsweise sind:

  • fortlaufende Videoerfassung des überwachten Straßenabschnitts
  • gesonderte Erfassung des Kennzeichens des betroffenen Fahrzeugs
  • digitale Sicherung der Daten zur Wahrung der Beweiskraft
  • automatische Vorprüfung möglicher Abstands- und Geschwindigkeitsverstöße
  • zusätzliche manuelle Kontrolle durch geschultes Personal
  • nachvollziehbare Dokumentation der gesamten Mess- und Auswertungskette

Das System dient damit neben der Verfolgung von Verkehrsverstößen, auch der Verbesserung der Verkehrssicherheit. Gerade Abstandsunterschreitungen zählen zu den häufigsten Ursachen schwerer Auffahrunfälle und werden deshalb besonders konsequent überwacht.

Fazit: Messgenauigkeit und mögliche Fehlerquellen beim VKS-4.5-System

Insgesamt zeigt sich, dass VKS 4.5 die digitale Verkehrsüberwachung technisch deutlich weiterentwickelt hat und im Vergleich zu älteren Systemen eine präzisere und effizientere Auswertung ermöglicht. Die behördliche Zulassung und die technische Prüfung sprechen grundsätzlich für eine hohe Messgenauigkeit. Auch aus verkehrsrechtlicher Sicht wird das System als wirksames Instrument zur Überwachung von Geschwindigkeits- und Abstandsverstößen eingeordnet, zumal vergleichbare Kontrollmaßnahmen nach allgemeinen Evaluierungen zur Verringerung von Unfallzahlen beitragen können.

Gleichwohl schließt der technische Fortschritt Fehler nicht vollständig aus. Auch bei VKS 4.5 können im Einzelfall Unstimmigkeiten auftreten, etwa bei der kameragestützten Erfassung, der Perspektive der Aufnahme oder der konkreten Auswertung der Messdaten. Gerade für Betroffene kann dies zu Ergebnissen führen, die einer genauen rechtlichen und technischen Überprüfung bedürfen. Trotz der verbesserten Messmethodik bleibt daher entscheidend, ob die konkrete Messung im Einzelfall tatsächlich fehlerfrei durchgeführt und nachvollziehbar dokumentiert wurde. Weiterführende allgemeine Informationen zur VKS-Messung finden Sie hier.

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