Die Traffistar S350 Messung zählt zu den am häufigsten eingesetzten Verfahren der Laser-Geschwindigkeitsüberwachung in Deutschland.
Dennoch zeigen sich in der Praxis regelmäßig Traffistar S350 Fehler, insbesondere bei der Aufstellung, der Rahmensetzung im Beweisfoto sowie beim eingeschränkten Zugriff auf Traffistar S350 Rohdaten.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Das Traffistar S350 ist ein vielseitiges Laser-Messgerät (Stativ, Säule, Anhänger, Fahrzeugeinbau).
Das Gerät misst die Zeit von Punkt A nach B und berechnet daraus die mittlere Geschwindigkeit.
Fehlerquellen: Auswerterahmen, Aufstellhöhe und fehlende Rohdaten für Gutachten.
Einsatzarten und Funktionsprinzip
Das Traffistar S350 gilt als eines der am häufigsten verwendeten Messgeräte, da es in zahlreichen Aufstellarten einsetzbar ist — etwa im Stativaufbau, als Säulenaufstellung, semistationär im Anhänger oder eingebaut im PKW (Heck- oder Front/Seiteneinbau). Unabhängig von der Aufstellart ist die Herstelleranleitung strikt zu beachten und die Aufstellung lückenlos zu dokumentieren.
Das Messprinzip beruht darauf, dass das Gerät Fahrzeuge bis zu maximal 70 Meter erfasst und die Zeit misst, die ein Fahrzeug benötigt, um von Punkt A nach Punkt B zu fahren. Aus dieser Zeit und der feststehenden Entfernung zwischen A und B wird die mittlere Bewegungsgeschwindigkeit berechnet. Wird ein Verstoß erkannt, löst die integrierte Fotokamera automatisch aus; das Beweisfoto entsteht jedoch erst nach Abschluss der Messung.
Auswerterahmen und Zuordnung im Foto
Zur eindeutigen Zuordnung des gemessenen Fahrzeugs wird im Beweisfoto ein Auswerterahmen projiziert — dort, wo das Fahrzeug rechnerisch erwartet wird. Bestimmte Abweichungen in diesem Rahmen führen zur Ungültigkeit der Messung. Kritische Fälle sind zum Beispiel, wenn der Rahmen das Kennzeichen nicht umfasst, andere Fahrzeuge teilweise mit erfasst sind, oder die Unterkante des Rahmens nicht unterhalb eines der Vorderräder liegt. Solche Mängel beeinträchtigen die Zuverlässigkeit der Zuordnung erheblich.
Aufstellhöhe, Bedienprogramm & Dokumentation
Eine falsche Einstellung der Aufstellhöhe im Bedienprogramm kann die berechneten Entfernungen und damit die Geschwindigkeitsermittlung verfälschen. Deshalb müssen Aufstellhöhe und weitere Parameter sorgfältig in der Einsatzdokumentation vermerkt werden. Fehler oder Lücken in der Dokumentation sind typische Ansatzpunkte einer fachlichen Überprüfung.
Rohdaten, Nachvollziehbarkeit und Verteidigungsansatz
Problematisch ist, dass bei vielen Messgeräten — so auch beim Traffistar S350 — nicht alle Rohdaten dauerhaft gespeichert oder zur Auswertung durch Sachverständige zur Verfügung gestellt werden. Das erschwert die Nachvollziehbarkeit und die Prüfung der Messung durch unabhängige Gutachter. Dennoch ist es häufig möglich, einzelne Aspekte der Messung (z. B. Rahmensetzung, Aufstellung oder Konsistenz der Messreihe) von einem Sachverständigen überprüfen zu lassen und hierüber Angriffs- bzw. Entlastungsansätze zu gewinnen.
Fazit
Der Traffistar S350 ist technisch leistungsfähig und flexibel einsetzbar — gleichzeitig bieten Auswerterahmen, fehlerhafte Aufstellparameter und der eingeschränkte Zugriff auf Rohdaten konkrete Angriffspunkte. Bei Zweifeln an einer Messung sollten Betroffene die Unterlagen zeitnah von einem Sachverständigen und gegebenenfalls einem Fachanwalt für Verkehrsrecht prüfen lassen.